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Quelle: Sächsische Zeitung Montag, 30. Oktober 2006
 

Außenseiter holen Tanz-Pokal
Von Bernd Goldammer

Showtanz. Einer der größten ostdeutschen Tanzwettbewerbe zog am Sonnabend die Besucher in die Regiobushallen nach Kamenz.

In Kamenz findet das größte Tanzfestival in der Lausitz statt“, meint Maik Derichs vom Tanzclub Weißwasser. Hinter den Kulissen des 9. Lausitzpokals im Showtanz ging es am Sonnabend heiß her. Derichs hatte keine Zeit, er war bei seinen Mädchen, der „Dance-Attak“ aus Weißwasser. Vor dem Auftritt wurde manche besonders schwierige Figur noch mal trainiert, anderswo beruhigte er eine Tänzerin, wenige Sekunden vor dem Auftritt. Doch eines sagte er: „Was die Veranstalter hier leisten ist unglaublich, so viele Leute in der Halle, so viele Leute hinter den Kulissen, und alles läuft wie am Schnürchen. Und überhaupt: die Bedingungen sind klasse.“

Begeisterung in der Finalnacht

Sechzehn Show-Tanz-Gruppen aus fünf Bundesländern waren erneut in die Lessingstadt gekommen. Sie hatten die Hürden des Vorausscheides am 16. September im Hotel Stadt Dresden genommen und sich damit für diese Nacht des Showtanz -Finales um den Lausitzpokal in der Regio-Bushalle qualifiziert. Bereits bei den Teens, war die riesige Begeisterung zu spüren, die für den gesamten Abend charakteristisch werden sollte. Die Jury hatte allerdings Schwerstarbeit zu verrichten. „Maßstäbe sind Kostüme, die Schritt- und Bewegungsvielfalt Originalität und Darstellung der jeweiligen Tanzdisziplin, Choreografie und auch die Frage ob alle choreografischen Bilder auch sauber ausgeführt wurden“, erzählt ADTV- Tanzlehrer Matthias Kläßig im SZ-Gespräch. Die Veranstalter hatten auf Kompetenz und Erfahrung gesetzt. Choreografin Manja Lätzsch, eine ehemalige Palucca Schülerin, die als Inhaberin einer renommierten Leipziger Dance Company viel erreicht hat, Julia Klassen Fachlehrerin für Tanz oder Lisa Knoche die bereits einige Fernsehproduktionen absolviert hatte: mit ihnen kamen am Jurytisch hohes Fachwissen und viele Sichtweisen zusammen. „Bei der Vielzahl der Teilnehmer und der hier vorhandenen Leistungsdichte bin ich froh, nicht mehr in der Jury zu sein“, verdeutlichte Ines Brandt aus Kamenz. Sie hatte in den Anfangsjahren ab 1998 selbst gewertet. Heute schaut sie gern zu und freut sich über die Entwicklung, die der Wettstreit genommen hat. Immer wieder braust Beifall auf. Das Kamenzer Publikum zeigt sich sachkundig und anerkennend. Und natürlich waren auch viele Fans angereist, die sich lautstark meldeten. Riesenstimmung, welche die Mädchen und Jungen der Teens-Startgruppen anfeuert und Beistand gibt. Aber geschenkt bekam niemand etwas.

Bei den Teens siegten die „Moskitos“ aus Senftenberg. Die wurden später sogar noch zum Publikumsliebling gekürt. Sie schafften 166,33 Wertungspunkte vor den „New Dancer“ aus Hoyerswerda mit 156 Punkten. „Gangs of Rock’n’Roll“ aus Dresden erreichte mit 140 Punkten Platz drei, vor dem mit 135,33 Punkten bedachten Kindertanzensemble Königsbrück. In der Kategorie Hip-Hop fiel die Punktwertung viel knapper aus. Dort gewann „Respect“ aus Potsdam mit 148 Punkten vor „Delicious“ aus Berlin mit 145,33 Zählern. Platz drei belegten die PDM-Pussys aus Potsdam mit 144 Punkten.

„Auch im Showtanz war die Bandbreite der Darbietungen gigantisch“, fasste Tanzlehrer und Jurychef Matthias Kläßig seine Eindrücke zusammen. Auch das Publikum hatte es nicht leicht: Filigran ausgearbeitete Choreografien, ausdrucksvolle Tanzshows, ideenreich zusammengestellte Kostüme, und wundervolle Schminkungen: alles atemberaubend schön.

Silke Ohrnberger aus Weixdorf wirkte zu diesem Zeitpunkt sehr gelassen. „Meine Mädchen sind beim Vorausscheid als Publikumslieblinge gerade noch so weiter gekommen, wenn wir bei diesem Starterfeld nicht gerade Letzter werden, bin ich schon froh“, sagte die Leiterin der legendären Weixdorfer Funkengarde, die zu diesem Zeitpunkt nichts von den Wertungen, die in den Computern zusammenliefen ahnte. Als Dance Attak aus Weißwasser für den dritten Platz aufgerufen wurde begannen ihre Augen zu leuchten. Wenig später rief Lars Juschten die Row Diamonds und ihre Blau Weißen Funken aus Weixdorf auf die Bühne, Silke Ohrnbergers Arme gingen in die Luft. Platz zwei? Schließlich gab der Moderator die Sieger des Abends bekannt: Den Titel holten die Blau-Weißen Funken. Kein Wunder, dass die Weixdorferin da nicht mehr zu halten war. Jede dieser herrlichen Sekunden gehörte ihren Mädchen und ihr im Siegertaumel auf der Bühne. Auf ein Wort

 

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